Der Hype rund um die Onlinewelten
Ausgabe 1 der Kolumne: MMORPGs im Allgemeinen
Willkommen bei der ersten Ausgabe der Kolumne “MMORPGs im Allgemeinen“, einer exklusiven Kolumne des Teams von TSWonline.de. Bevor es mit dem eigentlichen Thema losgeht, möchte ich mich euch vorstellen. Mein Name ist Markus Silec, auch bekannt als Taramir oder Takeru, ich bin 24 Jahre alt und habe sowohl im MMORPG-Bereich als auch im Bereich Redaktion und Recherche so manche Erfahrung in meinem Leben gesammelt. Ich greife mit meiner, hier vertretenen Meinung, auf Jahre des Spielens und Testens von MMORPGs zurück und auf die Beobachtungen die ich seit meinem Einstieg in diese “Szene“ gemacht habe. Ich möchte euch noch abschliesend darauf hinweisen, das ich sowohl auf Fragen bezüglich meiner Person, als auch auf Fragen zu meiner Kolumne, so gut es geht antworten werde. Nun wünsche ich euch aber viel Spaß beim Lesen.
Zu beginn des Genres, war es nur eine kleine Gruppe von Spielern die sich in diverse Onlinewelten verirrte. Spiele wie der Urstein des Genres, Ultima Online, waren Nieschenprodukte und zogen, für heutige Verhältnisse, nur wenige Spieler an. Das Genre wuchs immer mehr und Spiele wie Everquest 1&2, Lineage 1&2 und Dark Age of Camelot, schafften es Abonnenten bis an die Grenze der halben Millionen zu ergattern. Zu dieser Zeit, war der Hype noch kein großes Thema. Doch, wie so vieles in diesem Genre, änderte sich einiges als Blizzard ihr erstes MMORPG, World of Warcraft, ankündigte. Durch die weltweit bekannte IP, erregte der Entwickler eine menge Aufsehen und eine bis dahin ungewohnte Zahl an Spielern versammelte sich in den Foren, um über das Spiel zu diskutieren und sich auszumalen wie es wohl sein wird. Hier entstand dann auch ein Hype der sich bis heute durch die Onlinewelten zieht. Obwohl Blizzard mit World of Warcraft einen vermutlich nie wieder erreichbaren Rekord an Abonnenten erreichte, musste auch dieser Entwickler mit viel Kritik leben, die vorallem durch den entstandenen Hype, und falsche Versprechen, entstanden ist. Jedoch traf es sie, im Vergleich zu vielen anderen MMORPGs, nicht so hart wie man vielleicht vermutet hätte.
Nachfolgende Spiele hatten es nun um einiges schwerer, denn World of Warcraft bildete von nun an die Richtlinie für alle kommenden MMORPGs. Egal in welchem Forum man unterwegs war, egal um welches Spiel es ging, immer wurden Vergleiche zum größten Erfolg des Genres gezogen. Selbst wenn die Entwickler nie sagten das es ihr Ziel sei Blizzard von ihrem Thron zu stoßen, erwarteten die Communitys genau das. Begriffe wie “WoW-Klon“ und “WoW-Killer“ ziehen sich selbst heute noch durch die Foren laufender und kommender Onlinewelten. Und so kam es, das die Erwartungen der Spieler ungeahnte Ausmaße annahmen. Viele gute Titel des Genres verschwanden auf Grund dieser hohen Erwartungen in der Versenkung. Spiele wie Dark&Light, Age of Mourning und sogar Titel mit einer ebenfalls großen IP wie Dungoens&Dragons Online. Die besten Beispiele für einen ungerechtfertigten Hype, zeigen vorallem aktuelle Titel. So war zum Beispiel Age of Conan eine große Hoffnung des Genres und die Verkäufe, die beinahe die Eine-Millionen-Marke erreichten, zeigten deutlich das der Hype um das Spiel recht groß war. Dabei war gerade hier der Hype nicht nachvollziehbar. Wer aufmerksam diverse Foren und Seiten im Internet verfolgte, oder gar selbst in der Beta war, wusste dass das Spiel noch viele Macken hatte und noch weit von einem releasetauglichen Zustand entfernt war. Doch alle die Kritik äußerten, wurden vom Großteil der Community als “WoW-Kiddis“ und “WoW-Fanboys“ abgestempelt. Erst als jeder dann selbst in die Welt Hyboriens eintauchen konnte, wurde den Leuten bewusst wie wahr die ganzen Posts und Aussagen wirklich waren, doch zu diesem Zeitpunkt war es schon zu spät. Warhammer Online teilt sich dieses Schicksal mit Age of Conan, doch bei beiden Spielen muss man auch erwähnen, das hier die Entwickler selbst die Community, wenn oft auch nur indirekt, dazu angestachelt hatten ihr Spiel zu hypen und jedem den sie kennen, den Mund wässrig zu reden. Wärend Age of Conan sich wieder fangen konnte und dabei ist, die aktuelle Abonnentenzahl zu erhöhen, kämpft Warhammer Onlineweiter mit dem Untergang, was man mit nur wenig Nachforschung selbst herausfinden kann.
Diese beiden Titel bilden jedoch keine Ausnahme, gerade Nieschenprodukte haben es in der Zeit des unaufhaltsamen Hypes besonders schwer. Als Beispiel dient mir hier Darkfall. Seit langem ist Darkfall das erste richtige Sandbox MMORPG, eine offene Welt, keine Klassen und vielversprechende Ideen. Natürlich erwarten Entwickler solcher Spiele keine Spielerschaft in Millionenhöhe, doch wie jedes andere MMORPG in diesen Tagen, erlitt auch der Entwickler Aventurine die Folgen eines Hypes, der in diesem Fall rein von der Community ausging. Bis vor kurzem sah es sogar so aus, das Darkfall es nicht schaffen würde zu überleben, doch allem Anschein nach hat es Aventurine geschafft das Spiel mit viel Mühe und einigen Updates über Wasser zu halten und stellt die Ansprüche der Spielerschaft, auf die man es von Anfang an abgesehen hatte, äußerst zufrieden. Es bleibt abzuwarten wie sich der Trend der Hypes weiter entwickelt, viele Titel die eine glorreiche Zukunft vor sich haben, könnten gerade dadurch ein bitteres Ende erleiden. Ein kommender Titel bei dem ich seit geraumer Zeit eben diese Sorge habe ist Aion. Natürlich wird auch hier das Rad nicht neu erfunden, aber wie jedes MMORPG hat auch dieses Spiel seinen ganz eigenen Charme und könnte es schaffen eine gewinnbringende Spielerzahl über längere Zeit zu binden.
Viele Spiele werden in den kommenden Jahren auf Grund eines Hypes, der dem Spiel selbst niemals gerecht werden kann, untergehen. Darum sollten wir alle uns früher oder später bewusst werden was wir wollen und was im Bereich des Möglichen liegt. Natürlich werden die Entwickler es immer mit ihren Aussagen übertreiben, aber das ist mehr als verständlich, sind ihre Spiele für sie doch mehr als nur ihre Arbeit, es sind ihre Schöpfungen, ihre Kinder und für diese will man immer nur das Beste. Darum rate ich jedem, lasst euch nicht vorschnell von Ideen und Plänen in Euphorie versetzen. Wartet, bis zu dem Spiel das euch interessiert, genug Fakten bekannt sind um euch eine feste Meinung zu bilden. Macht euch gedanken darüber was ihr erwartet und versucht euch darüber klar zu werden was davon, das Spiel eurer Wahl, euch wirklich bieten wird. Berichtet euren Freunden nicht euphorisch von einem MMORPG nur weil ihr glaubt das es der Heilige Gral sein könnte, gebt ihnen Links und lasst zu das eure Freunde und andere Spieler sich selbst eine Meinung bilden und akzeptiert diese. Denn selbst ein für euch perfektes MMORPG, könnte für einen anderen Spieler genau das Gegenteil dessen sein, was er von einem Spiel aus diesem Genre erwartet.
Es wird auch in Zukunft zu jedem MMORPG einen Hype geben, doch es liegt an uns das dieser die Erwartungen der Communitys nicht zu sehr in die Höhe schraubt. Sagt mir eure Meinung zu diesem Thema und solltet ihr dies nicht öffentlich tun wollen, nehme ich natürlich auch PMs und E-Mails von euch entgegen.
(MS)
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