| Geschrieben von: Taramir |
| Freitag, den 26. Februar 2010 um 18:01 Uhr |
Rollenspiel in MMORPGsAusgabe 2 der Kolumne: MMORPGs im Allgemeinen
Mein Einstieg in dieses Genre war einst Dark Age of Camelot, ich spielte dort auf einem normalen Server und ich wurde schnell zu einem Crafter aus Leidenschaft. Doch das Herstellen eines einzelnen Gegenstandes, war bei DaoC noch in viele kleine Schritte unterteilt, die auch gut und gerne mal scheitern konnten. So kam es das ich viel Zeit in Städten verbrachte und unerwartet in spontanes Rollenspiel verstrickt wurde. Ich werde nie vergessen wie ein Ritter, in seiner weißen Rüstungen mit einem goldenen Schimmer, direkt auf mich zukam und mir eine eher unfreundliche Begrüßung entgegen schleuderte. Ich saß ganz verdutzt vor meinem Bildschirm und wusste mit der Situation erst nichts anzufangen, also flüsterte ich den Spieler an und sagte ihm das ich noch nie Rollenspiel in einem MMORPG betrieben hatte. Er reagierte freundlich darauf und sagte mir, und diese Worte leiten mich noch heute, „Lass dich einfach von der Situation treiben“, also tat ich es. Das Resultat war, das ich einen hochwertigen Bogen und einen Köcher voll Pfeile zu einem guten Preis verkauft hatte und mich von nun an öfter mit dem Ritter traf.
Von Treffen zu Treffen wurde mein Interesse am Rollenspiel immer größer, ich wollte alles lernen, alles verstehen und irgendwann gut genug sein um anderen einen ebenso tollen Einstieg bieten zu können. Als DaoC dann langsam immer mehr Spieler verlor, wechselte ich auf einen Rollenspiel Freeshard, bei dem ich zunächst ersteinmal eine ausfürliche Bewerbung einreichen musste. Nach meiner Aufnahme war ich dann inmitten von gleichgesinnten, sowohl Anfängern als auch fortgeschrittenen Rollenspielern. Nach meiner Zeit auf diesem Server, lies mich das Rollenspiel nichtmehr los, denn ich entdeckte etwas, das mir vorher noch verschlossen blieb. Freiheit.
„Um eine lebendige Welt zu schaffen, müssen die Charaktere leben. Leben entwickelt sich aber weiter und da springt einem manchmal leider ins Auge, dass gewisse Charaktere sehr Lernresistent sind. Es kann wohl sein, dass ein Charakter neue Stärken und Schwächen entwickelt, dass diese sich im Bezug auf verschiedene Charaktere unterschiedlich ausprägen. Markus ist dies beispielsweise gut gelungen. "Hass auf Person X" kann man schon als Schwäche klassifizieren. "Hass auf Person X" ist eine Schwäche, die sich durch aktives RP ausprägen oder zurückbilden kann. In einem dichten sozialen Geflecht, wie es früher auf Asgard vorzufinden war, konnte dies überraschend große Auswirkungen haben. Kleine zwiste hatten tatsächlich die Möglichkeit, große Konflikte heraufzubeschwören. Aus der oben genannten Schwäche konnte (ist) tatsächlich mal ein Krieg erwachsen. Und es war nicht so, dass da sich große Männer/Frauen nicht ausstehen konnten, sondern der Konflikt von kleinen Fischen große Wellen schlug.Lebe mit den Konsequenzen. Ein wichtiger Leitsatz, den man früher besonders vor Augen haben musste. Unbedachtes Handeln konnte große Folgen haben, weil das RP sehr gut verzahnt war. Ich will damit natürlich nicht zum Ausdruck bringen, dass dieser Satz heute nicht mehr gilt. Er gilt immer beim Rollenspiel. Wenn Konsequenzen einfach unter dem Tisch verschwinden so gestaltet sich das RP sehr öde.“
Ein regulärer MMORPG-Spieler, lebt nach den Gesetzen und Grenzen die ihm die Engine des Spieles auferlegt. Dies gilt nicht für Rollenspieler, allerdings haben auch sie Gesetze und Grenzen an die sie sich halten sollten, die Lore des Spieles. Es gibt viele verschiedene Arten von Rollenspielern und nach meinen Erlebnissen bei Age of Conan würde man mich wohl als “Hardcore-RPler“ einstufen, wobei dieser Begriff mit einem schlechten Ruf verbunden ist. Viele erstellen einen Charakter und verpassen ihm dann eine 08/15 Hintergrundgeschichte, die meistens entweder auf Rache, Hass, Wahnsinn oder Übermenschlichkeit basiert. Die wenigsten empfinden es als Spannend einen normalen Menschen darzustellen, doch genau hier liegt die wahre Kunst verborgen. Ein, meiner Meinung nach, guter Rollenspieler, befasst sich mit der Lore und eignet sich so viel Wissen wie möglich an, bevor er damit beginnt seinem Charakter eine Geschichte zu verpassen. So ging auch ich vor, ich kaufte mir alle Conan Romane von Robert E. Howard und verschaffte mir somit möglichst viel Hintergrundwissen. Ich erschuf einen Charakter, der sich nahtlos in die Welt einfügte, der nicht nicht irgendwelche weltbewegenden Dinge vollbracht hatte und keine übermenschlichen Kräfte besaß. Doch genau diese Liebe zum Detail war es, die mit für meinen guten Ruf als Rollenspieler verantwortlich war. Aber auch die Schwächen und Stärken meiner Charaktere, spielten hierbei eine große Rolle. Natürlich fällt es einem nie leicht, seiner eigenen Schöpfung Schwächen zu verpassen, doch diese sind ebenso wichtig wie die Stärken, wenn nicht sogar noch wichtiger.
„Sehr wichtig bei der Charaktergenerierung ist vor allem, sich Gedanken über schwächen zu machen. Es entsteht leider doch manchmal der Eindruck, dass genau dies nicht geschehen ist. Doch sind es gerade die Schwächen, die einen Charakter menschlich machen. Selbst der augenscheinliche Übercharakter Superman hat welche (Ja, mehr als nur Kryptonit). Wenn diese wegfallen wird der Charakter mehr zu einem aufgebauschten aber uninteressanten Etwas. Ein Mr. Allmighty hat meist nur eine implizite Schwäche. Er zerlegt jedwege Spannung und die Chance auf besonders interessantem und intensiven Rollenspiel, dass eben meist doch aus Fehlschlägen erst ins Rollen kommt. Bei Filmen verhält es sich ähnlich. Schwächen machen erst Filme wie Memento oder Donnie Darko sehenswert. Nur in Mr. Allmighty würde die Szenerie weniger "attraktiv" gestalten. Bei Stärken verhält sich das weniger Extrem. Ich mache mir über diese erst zuletzt gedanken. Eine Stärke reicht für einen spielbaren Charakter schon völlig aus. Schwächen kann er garnicht genug haben. Wenn er dazu noch einen besonderen Tick hat, ist das häufig noch interessant und gibt dem Charakter das letzte tünchen Farbe.“ Ein weiterer Punkt der Rollenspiel noch besser und die Atmosphäre auch für Zuschauer noch schöner werden lässt, sind kleine Ticks. Das könnte ein Dialekt sein, ein Sprachfehler, eine sich ständig wiederholende Gäste und ähnliche Dinge. Ein gute Mischung aus all diesen Punkten, war bei den Charakteren der meisten Rollenspieler die ich bei AoC kennenlernte, vorhanden. Daher war es ein für mich bislang unvergleichbares Erlebniss und viele PvE- und PvP-Spieler schwärmten von der Atmosphäre die wir Rollenspieler auf diesem Server schufen.
|



![The Secret World vorbestellen [AT PEGI]](/images/stories/tsw_vorbestellen_at.jpg)


